Schach als Schlüssel zur Bildungsgerechtigkeit: Ein Münchner Erfolg für alle Kinder
Das Münchner Schulschachprojekt hat sich als ein bemerkenswertes Beispiel für Bildungsgerechtigkeit etabliert. Seit dem Schuljahr 2020/21 nahmen mehr als 5.000 Schüler an diesem großartigen Vorhaben teil. Und jetzt die gute Nachricht: Das Projekt wird fortgesetzt! Die Finanzierung wechselt von der Stadt München auf den gemeinnützigen Verein „SZ Gute Werke e.V.“, der mit einer Zuwendung an die Stadt die finanzielle Basis sichert. Das ist doch mal ein Schritt in die richtige Richtung!
Das Projekt zielt vor allem auf Grund-, Mittel- und Förderschulen in sozial herausgeforderten Stadtteilen ab. Hier wird Schach einmal wöchentlich fester Bestandteil des regulären Unterrichts. Die Kinder können zusätzlich an Schach-AGs teilnehmen. Besonders schön ist, dass ein großer Teil der Teilnehmer aus Familien mit Zuwanderungsgeschichte stammt und viele nicht Deutsch als Muttersprache sprechen. Aber keine Sorge – Schach funktioniert ganz ohne Sprachkenntnisse! Es schließt niemanden aus, und das ist ein wichtiger Punkt.
Ein Gewinn für die Konzentration und soziale Fähigkeiten
Die Lehrkräfte und Trainer berichten von beeindruckenden Verbesserungen bei der Konzentrationsfähigkeit und sozial-emotionalen Kompetenzen der Schüler. Das lässt sich gut mit der Tatsache verbinden, dass eine Studie an der Ludwig-Maximilians-Universität die Wirksamkeit des Programms untersucht. Es ist einfach fantastisch zu sehen, wie Schach nicht nur die grauen Zellen anregt, sondern auch das Miteinander fördert!
Klar, Bildungsgerechtigkeit ist ein wichtiges Thema, und der Münchner Stadtrat hat jährliche Zuschüsse in Höhe von 70.000 Euro bewilligt, um Bildungsungleichheiten zu bekämpfen. Stadtschulrat Florian Kraus hebt die Bedeutung von Chancengleichheit hervor. Und auch Sandra Geisler von „SZ Gute Werke e.V.“ betont die Vorteile von Schach für Kinder. Wer hätte gedacht, dass ein Spiel so viel bewirken kann?
Bildungs- und Teilhabepaket: Ein notwendiger, aber schwieriger Zugang
Ein weiteres wichtiges Thema, das nicht vergessen werden sollte, ist das Bildungs- und Teilhabepaket, das seit 2011 Kinder aus einkommensschwachen Familien unterstützt. Es gibt monatliche Förderungen von 15 Euro für soziale und kulturelle Teilhabe. Aber – und das ist ein großes Aber – viele Bedürftige erhalten diese Hilfen nicht. Über 80 % der Anspruchsberechtigten profitieren nicht von dem monatlichen Betrag. Das ist frustrierend!
Eine Analyse der Bertelsmann-Stiftung zeigt, dass nur etwa 18 % der Sechs- bis unter 15-Jährigen und 12 % der 15- bis unter 18-Jährigen diese Leistung nutzen. In Bayern sind die Zahlen mit 16,4 % für Kinder und 10,2 % für Jugendliche nicht gerade ermutigend. Antje Funcke von der Stiftung fordert eine Vereinfachung des Zugangs – und das ist dringend nötig! Es kann doch nicht sein, dass bürokratische Hürden den Zugang zu wichtigen Förderungen erschweren.
Die Kluft zwischen Chancengleichheit und Realität
In einer neuen Studie vom Leibniz-Institut für Bildungsverläufe wird der Einfluss sozialer Herkunft auf den Bildungsverlauf in Deutschland untersucht. Die Autor:innen analysieren, wie Armut, Bildungsniveau und der berufliche Status der Eltern auf die Bildungschancen der Kinder wirken. Das Erschreckende ist: Soziale Bildungsungleichheiten zeigen sich bereits in der frühen Kindheit und setzen sich über lange Zeit fort. Kompetenzen in Wortschatz und Mathematik variieren stark und vergrößern sich bis zum Schuleintritt.
Am Ende der Grundschule gehören nur 12 % der Kinder aus unteren sozialen Schichten zu den leistungsstärksten Schüler:innen in Mathematik – im Vergleich zu 40 % aus höheren sozialen Schichten. Diese starren Strukturen sind kaum zu durchbrechen. Besonders eindrucksvoll ist, dass Kinder mit Migrationshintergrund bei vergleichbaren sozialen Bedingungen oft niedrigere Kompetenzen zeigen, jedoch in Bewertungen und Bildungsverläufen nicht benachteiligt werden. Es ist ein schmaler Grat zwischen den gewollten Chancen und der Realität im deutschen Bildungssystem.
Wir brauchen mehr solcher Projekte wie das Schulschach und eine Vereinfachung der Zugänge zu Förderungen. Es kann nicht sein, dass das Potenzial vieler Kinder ungenutzt bleibt. Vielleicht bringt das Schachspiel ja den ersten Zug in eine bessere Zukunft!
