Am Viktualienmarkt in München, dem pulsierenden Herzen der Stadt, gibt es jetzt eine aufregende Neuigkeit, die nicht nur den Genuss von Speisen und Getränken revolutioniert, sondern auch einen wichtigen Schritt in Richtung Umweltbewusstsein darstellt. Ein neues Pilotprojekt für Mehrweggeschirr hat das Licht der Welt erblickt. Besucher können nun rund um die Uhr Geschirr an sogenannten Pfandautomaten zurückgeben. Zugegeben, das klingt erstmal nach einer praktischen Idee, aber es ist weit mehr als das – es ist ein echter Meilenstein im Kampf gegen das Wegwerf-Geschirr!
Der Rückgabeprozess ist denkbar einfach: Barcode scannen, Klappe öffnen, Geschirr einlegen und schon gibt’s das Pfand zurück – 1 Euro für Becher und 5 Euro für Bowls. Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) hat das neue System mit viel Enthusiasmus vorgestellt. Sie betont, dass es darum geht, Alternativen zu Einweg-Produkten zu schaffen. „Wir wollen die Menschen dazu ermutigen, Mehrweg zu nutzen“, sagt sie. Und das ist auch dringend nötig, denn in der heutigen Zeit, wo Nachhaltigkeit großgeschrieben wird, müssen wir endlich die Weichen richtig stellen.
Ein Blick auf die Zahlen
Das Pilotprojekt läuft über fünf Jahre und umfasst zunächst fünf Standorte am Markt. Zehn von 50 Standbetreibern sind bereits mit an Bord und einige Händler haben sogar ein Normenkontrollverfahren gegen die neue Satzung eingeleitet, die ab Anfang 2025 in Kraft tritt. Diese verpflichtet die Händler dazu, wiederverwendbare Verpackungen und Mehrwegbesteck auszugeben. Bis dahin dürfen allerdings weiterhin auch Einwegverpackungen angeboten werden. Das Kommunalreferat wird den Umgang mit dem Pilotprojekt bis Ende des Jahres beobachten – es bleibt also spannend!
Die Stadt kalkuliert mit Kosten von rund 500.000 Euro für den gesamten Pilotzeitraum, was die Anschaffung, den Betrieb und die Wartung der Automaten umfasst. Um die finanzielle Belastung in Grenzen zu halten, sind mögliche Kostensenkungen durch Fördergelder oder Werbepartner in Aussicht. Die Standbetreiber zahlen eine fixe Gebühr von etwa 35 Euro pro Monat, zusätzlich zu den Spülkosten. Einige von ihnen haben gemischte Gefühle, während andere sich eine Ausweitung des Systems auf andere Stadtbereiche wünschen.
Die Bedeutung von Mehrwegverpackungen
Das Thema Mehrwegverpackungen beschränkt sich jedoch nicht nur auf den Viktualienmarkt. Ein kürzlich veröffentlichter Abschlussbericht des Forschungsvorhabens „Förderung von Mehrwegverpackungssystemen zur Verringerung des Verpackungsverbrauchs“ unterstreicht die Vorteile von Mehrweg. In 13 von 15 untersuchten Segmenten – insbesondere im gewerblichen Bereich – kann der Verpackungsverbrauch durch Mehrweg tatsächlich verringert werden. Das ist nicht nur gut für unsere Umwelt, sondern könnte auch Treibhausgasemissionen signifikant reduzieren.
Natürlich gibt es auch Herausforderungen. Die Umsetzung von Mehrwegverpackungen bringt Investitionskosten und logistische Hürden mit sich. Zudem fehlt es oft an Standards und Informationen, die den Umstieg erleichtern würden. Aber die Bemühungen sind da! Vorschläge wie eine rechtlich verbindliche Mehrwegquote für Getränkeverpackungen oder Abgaben auf Einwegverpackungen könnten den Weg ebnen.
Der Viktualienmarkt ist somit nicht nur ein Ort des Genusses, sondern auch ein Ort der Veränderung. Es bleibt abzuwarten, wie das Pilotprojekt anläuft und ob es als Vorbild für andere Stadtteile dienen kann. Die Idee, Mehrweg zu fördern, ist jedenfalls auf dem besten Weg, tiefere Wurzeln zu schlagen. Und wer weiß, vielleicht wird der Viktualienmarkt bald zum Vorreiter einer neuen, nachhaltigeren Kultur in München.