Münchens Melodien: Klaviere für alle an öffentlichen Plätzen
In München ist gerade ein ganz besonderes Projekt am Laufen, das die Stadt mit Melodien erfüllt und die Menschen zusammenbringt. An elf verschiedenen öffentlichen Plätzen stehen Klaviere, die darauf warten, bespielt zu werden. Genauer gesagt, das Motto dieser Aktion lautet „Spiel mich“. Diese Initiative geht über bloßes Musizieren hinaus – sie ist eine Einladung, den öffentlichen Raum neu zu erleben, und fördert den Austausch zwischen den Menschen. Das Besondere? Jeden Tag von 9 bis 20 Uhr darf hier jeder ran, der ein bisschen Tastenfertigkeit hat oder einfach nur den Klang der Tasten genießen möchte.
Die Klaviere, die in München aufgestellt wurden, sind nicht nur Instrumente, sondern auch Kunstwerke. Sie wurden von Künstlerinnen, Künstlern sowie Gruppen von Schulen und Kindergärten gestaltet. Ein besonders schönes Beispiel ist das Korallenklavier am Pasinger Marienplatz, das von Laura Wimmer und der Klasse 2B der Grandlschule kreiert wurde. In strahlendem Dunkelblau mit bunten Motiven – von Korallen über Quallen bis hin zu einem pinkfarbenen Oktopus – bringt es ein wenig maritimes Flair in die Stadt. Diese kreativen Klänge und Farben laden dazu ein, innezuhalten und die Hektik des Alltags hinter sich zu lassen.
Die Klavierstandorte und ihre Geschichte
Die Klaviere stehen an einigen der schönsten Plätze Münchens: Bordeauxplatz, Moosacher St.-Martins-Platz, Curt-Metzger-Platz, Schwabinger Tor, Baumkirchner Straße/Grüner Markt, Giesinger Bahnhofsplatz, Hans-Mielich-Platz, Thalkirchner Platz und Oertlplatz. An allen diesen Orten kann man nicht nur die Musik genießen, sondern auch die Atmosphäre der Stadt – Menschen kommen vorbei, setzen sich, plaudern und spielen, während die Sonne über den Platz scheint. Es sind diese kleinen Momente, die das Stadtleben bereichern.
Ein weiterer interessanter Punkt: Die Klaviere wurden von Münchnerinnen und Münchnern gespendet, die sie nicht mehr benötigen. Das zeigt einmal mehr, wie sehr die Menschen in dieser Stadt miteinander verbunden sind und bereit sind, ihren Teil zur Gemeinschaft beizutragen. Organisiert wird das Ganze vom Stadtlabor in Zusammenarbeit mit der Denkfabrik „die urbanauten“. Das Ziel? Den Diskurs über den öffentlichen Raum in unserer Stadt anzuregen und ihn als Ort der Möglichkeiten neu zu entdecken.
Kunst im öffentlichen Raum
Das Klavierprojekt ist nur eines von vielen spannenden Kunstinitiativen, die München derzeit beleben. Im Jahr 2026 stehen bereits zahlreiche weitere Projekte an, die den Fokus auf Kommunikation und die Wechselwirkungen zwischen Kunst und Umgebung legen. Sechs Kunstprojekte sollen verschiedene Facetten des öffentlichen Lebens beleuchten und Themen aufgreifen, die von den Künstlerinnen selbst festgelegt werden. Die „Public Art Excursions“ bieten zudem künstlerische Performances von Münchner Künstlerinnen im Stadtraum an, was das Erlebnis noch vielfältiger macht.
Ein besonderes Highlight wird das Projekt „Invisible City“ sein, bei dem junge Künstler*innen der Performance-Klasse der Akademie der Bildenden Künste München mitwirken. Es wird spannend sein zu sehen, wie sie die verborgenen Aspekte des sozialen Gefüges der Stadt thematisieren werden. Eine große Kunst-Plakatwand wird ebenfalls eröffnet – ein weiterer Anreiz, den öffentlichen Raum mit neuen Augen zu betrachten.
München hat also einiges zu bieten, und das Klavierprojekt ist nur der Anfang. Wer weiß, welche Melodien in der Luft schwirren, wenn die Klaviere im Sommer zum Klingen gebracht werden? Es bleibt spannend!
