Die Münchner Feuerwehr hat mit der Präsentation ihrer Jahresbilanz für 2025 auf sich aufmerksam gemacht. In der Feuerwache 5 in Ramersdorf wurde der neue Feuerwehrkranwagen vorgeführt, der beeindruckende 38 Tonnen heben kann. Bei der Demonstration hob er nicht nur einen 17 Tonnen schweren Wechsellader, sondern auch einen 1 Tonne schweren Kleinschlepper. Kreisverwaltungsreferentin Hanna Sammüller betonte die Notwendigkeit dieses neuen Krans, insbesondere im Hinblick auf den Einsatz bei einem umgestürzten Baukran in Trudering, der die Einsatzkräfte vor große Herausforderungen stellte. Ein Dank ging auch an den Stadtrat, der trotz knapper Kassen finanzielle Unterstützung gewährte.
Der Jahresbericht zeigt eine Rekordzahl von 107.100 Einsätzen im Jahr 2025, was einem Anstieg von etwa 6% im Vergleich zu 2024 entspricht. Durchschnittlich sind das fast 300 Einsätze pro Tag. Feuerwehrchef Wolfgang Schäuble erinnerte an vier besonders prägnante Ereignisse des Jahres: den Brandanschlag auf eine Polizeidienststelle im Januar, den tragischen Auto-Anschlag auf eine Gewerkschafts-Demo im Februar, den Einsatz an der Eisbachwelle im April, bei dem eine Surferin verstarb, sowie den Brand eines Einfamilienhauses in der Lerchenau im Oktober, der Sprengfallen im Haus enthielt. Die Freiwilligen Feuerwehren haben dabei bei zahlreichen Einsätzen tatkräftig unterstützt, was die gelungene Kooperation zwischen Berufsfeuerwehr und Ehrenamtlichen unterstreicht.
Ein Blick auf die Einsatzstatistiken
Bereits im Jahr 2024 verzeichnete die Feuerwehr München 100.981 Einsätze, was einem Anstieg von 3,9 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Über einen Zeitraum von fünf Jahren ist die Zahl der Einsätze um beachtliche 25 % gestiegen. Besonders herausfordernd war das Jahr 2024, das durch die UEFA EURO 2024 geprägt war. In diesem Zeitraum waren 969 zusätzliche Einsatzkräfte, davon 200 Freiwillige, im Dienst, um die Sicherheit der über 700.000 Besucher in München zu gewährleisten. Die steigenden Einsatzzahlen sind zudem auf die Zunahme von Bränden durch moderne Holzfaserdämmungen zurückzuführen, die unkontrolliert in der Dämmung brennen konnten.
Die Feuerwehr hat nicht nur auf diese Herausforderungen reagiert, sondern auch neue Taktiken entwickelt, wie etwa das Anlegen von Brandschneisen. Der 15. September war ein besonders herausfordernder Tag: Ein Baukran stürzte auf zwei Wohnhäuser in Bogenhausen, und die Einsatzkräfte benötigten über 8 Stunden, um die Situation zu bewältigen. Auch ein Dachstuhlbrand in einem Seniorenheim am Heiligabend erforderte den Einsatz von 120 Feuerwehr- und 60 Rettungskräften, die 15 verletzte Personen evakuierten.
Innovationen und Ausbildungsinitiativen
Ein weiteres Highlight der Jahresbilanz ist die Vorstellung des Prototyps des neuen Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs (HLF), von denen bis 2028 insgesamt 80 Fahrzeuge beschafft werden sollen, mit einem Preis von etwa 650.000 Euro pro Einheit. Zudem wurde ein neues Lehrjahr für die Berufsfachschule für Leitstellenwesen gestartet, das einen weiteren Ausbildungsweg für feuerwehrtechnische Assistenten bietet. Ein Pilotprojekt für den Einsatz automatisierter Drohnen wurde ebenfalls initiiert, um die Einsatzkräfte in der Zukunft noch besser unterstützen zu können.
Die Zahlen und Ereignisse zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig die Aufgaben der Feuerwehr München sind. Ihre Hauptaufgaben, Retten, Löschen, Bergen und Schützen, werden in einem Umfeld immer komplexer werdender Herausforderungen ausgeführt. Ende 2022 gab es in Deutschland rund 48.100 Feuerwehren, wobei Freiwillige Feuerwehren den größten Anteil ausmachten. Trotz der vielen Einsätze, die die Feuerwehr im Jahr 2022 zu bewältigen hatte, ist der Einsatzschwerpunkt auf das Retten, Bergen und Schützen verlagert worden, was die kontinuierliche Anpassung der Feuerwehr an die gesellschaftlichen und technologischen Veränderungen verdeutlicht.