Heute ist der 6.06.2026 und ich finde mich in der Malletshofer Heide wieder, einem Ort, der so viel Geschichte und Natur verbindet, dass man einfach nicht anders kann, als sich von seiner Magie einfangen zu lassen. Die Pfarrkirche St. Martin, mit ihren 800 Jahren, steht einsam und doch stolz im Wald, ein stummer Zeuge vergangener Zeiten. Die letzten Überreste des ehemaligen Dorfes Mallertshofen, das im 19. Jahrhundert aufgegeben wurde, sind nicht mehr als drei eiserne Grabkreuze, die still an einen Friedhof erinnern, der einst von Leben und Geschichten erfüllt war.

Der letzte Hof des Dorfes wurde 1879 abgerissen. Was bleibt, ist die Kirche, die im 13. Jahrhundert ihren Ursprung fand, und ihre wechselvolle Geschichte, die von Plünderungen und Dürrperioden geprägt ist. Heute ist sie mehr als nur ein Gotteshaus; sie ist ein Denkmal der Geschichte, das inmitten der Natur verharrt.

Die Natur der Mallertshofer Heide

Die Mallertshofer Heide ist ein wahres Naturparadies. Sie erstreckt sich über 609,42 Hektar und setzt sich aus Kiefernwäldern, Heidewiesen und offenen Kiesflächen zusammen. Hier finden auch seltene Arten, wie die Wechselkröte, einen Lebensraum. Tobias Maier, Gebietsbetreuer des Heideflächenvereins Münchner Norden, erklärt, dass diese Landschaft bis ins 19. Jahrhundert als Weidefläche für Schafe und Rinder genutzt wurde. Aber die Natur ist nicht mehr wie früher. Kunstdünger, Bewässerung und militärische Nutzung haben ihre Spuren hinterlassen.

Wusstet ihr, dass während des Zweiten Weltkriegs hier Flugabwehrkanonen und Startbahnen aufgebaut wurden? Die Alliierten bombardierten die Flugfelder des Düsenjägers Messerschmitt ME 260. Diese kriegerischen Aktivitäten schufen durch Panzer und Lastwagen kleine Tümpel, die der Wechselkröte heute ein Zuhause bieten. Nach dem Ende des Manöverbetriebs im Jahr 1995 wurde das Gebiet schließlich zum Naturschutzgebiet erklärt, um diesen einzigartigen Lebensraum zu schützen.

Ein Ort der Erholung und des Naturschutzes

Besucher der Mallertshofer Heide können über verschiedene Routen mit dem Rad anreisen, unter anderem über den Radschnellweg München–Garching. Die Kieswege außerhalb der Wälder sind offen für Radfahrer und Fußgänger, während die Wälder selbst gesperrt sind. Aktivitäten wie Campieren, Picknicken und Feuermachen sind hier verboten – ein Schutz für die empfindliche Natur. Hunde sind an kurzer Leine erlaubt, was bedeutet, dass vierbeinige Freunde auch ihren Platz in dieser Idylle finden können.

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Rund um die Heide laden vier Seen – Mallertshofer, Hollerner, Echinger und Garchinger See – zum Verweilen ein, teils mit Gastronomie. Diese Gewässer, die an einem sonnigen Tag glitzern, bieten nicht nur Erholung, sondern auch einen Blick auf die vielfältige Tierwelt, die hier lebt. Es ist einfach ein Ort, der sowohl für Naturliebhaber als auch für Geschichtsinteressierte viel zu bieten hat.

Ein Blick in die Zukunft

Das Naturschutzgebiet Mallertshofer Holz mit Heiden, eine bedeutende Fläche, die auch Teil der Münchner Schotterebene ist, wird kontinuierlich betreut und weiterentwickelt. Mit der Flächenübergabe an die Gemeinden im Jahr 2013 wurde der Grundstein für einen Biotopverbund mit der Garchinger Heide und der Echinger Lohe gelegt. Es ist ein spannender Prozess, der zeigt, wie wichtig der Schutz dieser Lebensräume für die Zukunft unserer Fauna und Flora ist.

Schutzgebiete wie die Mallertshofer Heide sind nicht nur Rückzugsorte für wildlebende Tiere und Pflanzen, sie sind auch Orte der Bildung und des Engagements für den Naturschutz. Der NABU-Kurs „Deutschland, deine Schutzgebiete“ bietet wertvolle Informationen und vermittelt, wie wir alle einen Beitrag zum Erhalt dieser einzigartigen Naturräume leisten können.

Also, wenn ihr das nächste Mal in München seid, plant einen Ausflug in die Mallertshofer Heide. Die Natur, die Geschichte und die Ruhe werden euch mit offenen Armen empfangen – ein echter Geheimtipp für alle, die das Besondere suchen!