Fahrradstraße Goteboldstraße: Münchens verpasste Chance auf nachhaltige Mobilität
In München gibt es wieder einmal Diskussionsstoff, der die Gemüter erhitzt. Die Stadt hat den Bürgerantrag für eine Fahrradstraße in der Goteboldstraße abgelehnt. Ein Antrag, der von der Bürgerversammlung Pasing-Obermenzing empfohlen wurde, schien Hoffnung auf eine sichere Radroute zu bieten. Doch die Realität sieht anders aus. In Spitzenzeiten macht der Schwerlastverkehr rund 20% des gesamten Fahrzeugaufkommens aus – kein leichtes Pflaster für Radfahrer, oder? Mehrere Gewerbebetriebe in der Umgebung sind zudem auf die Zufahrt zur Goteboldstraße angewiesen, was die Situation weiter verkompliziert. Der Bezirksausschuss Allach-Untermenzing hat die Einschätzung des Mobilitätsreferats einstimmig zur Kenntnis genommen. Schade, denn viele Münchner hatten auf eine Verbesserung der Radinfrastruktur gehofft.
Die Stadt prüft zwar alternative Maßnahmen zur Sicherheit der Radfahrer in der Goteboldstraße, doch wie realistisch sind diese? Alternative Anfahrtsrouten würden durch Wohngebiete führen, was in einer Stadt wie München oft nicht so einfach ist. Man fragt sich, wie viel der Wille von Seiten der Stadt vorhanden ist, wirklich radfreundliche Lösungen zu finden. In einer Stadt, die sich immer mehr dem Thema Nachhaltigkeit verschreibt, könnte man meinen, dass der Radverkehr einen höheren Stellenwert einnehmen sollte. Schließlich zeigt der Trend, dass immer mehr Bürger das Fahrrad als Fortbewegungsmittel wählen. Aber manchmal scheint es, als ob die Stadtverwaltung hier noch hinterherhinkt.
Radfahren als umweltfreundliche Alternative
Radfahren hat viele Vorteile. Es verursacht keine schädlichen Klimagase, spart Platz und ist leise – ein echter Gewinn für die Lebensqualität in der Stadt. Deutschland hat sich im Klimaschutzgesetz verpflichtet, die Treibhausgas-Emissionen bis 2030 um 65 % gegenüber 1990 zu reduzieren. Klingt nach einer gewaltigen Aufgabe, oder? Tatsächlich ist der Verkehr im Jahr 2023 für über 22 % der bundesweiten Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Hier könnte das Radfahren eine wichtige Rolle spielen. Laut dem Umweltbundesamt lassen sich durch Rad- und Fußverkehr rund 166 g Treibhausgas-Emissionen pro Personenkilometer im Vergleich zum Pkw einsparen. Das macht jeden kleinen Weg mit dem Rad zu einem echten Beitrag für die Umwelt.
Eine Person, die täglich 5 km mit dem Rad zur Arbeit fährt, kann jährlich etwa 365 kg CO2-Emissionen einsparen. Das ist eine Menge! Über 40 % der Autofahrten sind kürzer als 5 km – da stellt sich die Frage, warum nicht mehr Menschen das Rad für solche Distanzen wählen. Gerade im Kurzstreckenbetrieb sind die CO2-Emissionen von Kraftfahrzeugen besonders hoch. Und wir wissen alle, wie es um die Luftschadstoffe in unseren Städten bestellt ist. Feinstaub und Stickoxide sind nicht gerade die besten Freunde der Gesundheit.
Die Herausforderung der Verkehrswende
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, muss dringend eine Verkehrsverlagerung vom motorisierten Individualverkehr zum Rad- und Fußverkehr stattfinden. Das könnte nicht nur die Luftqualität verbessern, sondern auch den Verkehrslärm reduzieren. Eine Lärmkartierung von 2022 zeigt, dass 10,2 Millionen Menschen in Deutschland von Lärmpegeln über 55 dB(A) betroffen sind. Das ist eine enorme Zahl! Die Förderung des Radverkehrs sollte also nicht nur ein nettes Beiwerk sein, sondern ein zentraler Bestandteil der kommunalen Planungen.
In München scheinen die Weichen noch nicht ganz richtig gestellt zu sein, wenn es um die Integration des Radverkehrs in die Stadtplanung geht. Aber das Gespräch darüber bleibt wichtig. Der Flächenverbrauch von Fahrrädern ist deutlich geringer als der von Autos – auf einem Autoparkplatz passen locker acht Fahrräder. Man könnte also sagen: Es ist an der Zeit, die Fahrräder in den Mittelpunkt zu rücken und die Straßen so zu gestalten, dass sie für alle Verkehrsteilnehmer sicher sind.
