In der Nacht zum Freitag, dem 5. Juni, ereignete sich in der Au ein folgenschwerer Unfall mit einem Tesla. Um 0:35 Uhr verlor ein 22-jähriger Fahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug auf der Rablstraße. Plötzlich rutschte der Tesla an der Kreuzung zur Hochstraße von der Fahrbahn ab, überquerte den Gehweg und krachte gegen einen Baum. Zum Glück blieben die drei Mitfahrer unverletzt, doch der Fahrer zog sich leichte Verletzungen zu und wurde vor Ort ambulant behandelt.
Eine aufmerksame Zeugin bemerkte den Vorfall und alarmierte umgehend den Notruf. Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei waren schnell zur Stelle. Bei der Unfallaufnahme stellte sich heraus, dass der junge Mann nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis war und zudem unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln stand. Eine Blutentnahme wurde angeordnet und durchgeführt. Die Polizei zeigte ihn wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und der Gefährdung des Straßenverkehrs an.
Hoher Sachschaden und Ermittlungen
Der Tesla wurde durch den Aufprall stark beschädigt und musste abgeschleppt werden. Der Sachschaden beläuft sich auf mehrere zehntausend Euro. Aber nicht nur das Fahrzeug ist in Mitleidenschaft gezogen worden: Auch eine Straßenlaterne, ein Gehweggeländer, ein Straßenschild und der Baum selbst trugen Schäden davon. Die Münchner Verkehrspolizei hat die Ermittlungen übernommen, um den genauen Unfallhergang zu klären.
In einem ganz anderen Kontext gab es kürzlich eine Gerichtsentscheidung in Kalifornien, die für Tesla von großer Bedeutung sein könnte. Ein Gericht entschied, dass Teslas Autopilot nicht für einen tödlichen Unfall verantwortlich war, der sich 2019 ereignete. Neun von zwölf Juroren stimmten für Tesla und stellten fest, dass kein Herstellungsfehler vorlag. Der Fahrer, Micah Lee, war damals mit 105 km/h unterwegs, als sein Tesla Model 3 von der Fahrbahn abkam und in Flammen aufging. Die Mitfahrer klagten gegen Tesla und behaupteten, das Autopilot-System sei fehlerhaft gewesen. Tesla argumentierte jedoch, dass der Fahrer die Kontrolle behalten müsse und menschliches Versagen, etwa Alkoholkonsum, die Ursache des Unfalls gewesen sein könnte.
Umstrittene Autopilot-Systeme
Der aktuelle Vorfall in der Au wirft erneut Fragen zur Sicherheit und Verantwortung beim Fahren von Teslas auf. Bis Oktober 2024 wurden 45 tödliche Unfälle mit aktiven Fahrerassistenzsystemen registriert, wobei 40 davon mit Tesla-Fahrzeugen in Verbindung standen. Die NHTSA hat seit 2021 über 2.700 Unfälle dokumentiert, bei denen teilautomatisierte Systeme innerhalb von 30 Sekunden vor dem Crash aktiviert waren. Doch wie verlässlich ist die Technik wirklich?
Gerichtsverhandlungen in den USA, wie die in Florida, wo ein Tesla Model S mit aktiviertem Autopilot in ein stehendes Auto raste, zeigen, dass die rechtlichen Herausforderungen für Tesla erheblich sind. Häufig wird der Vorwurf laut, dass die Bezeichnungen wie „Full Self Driving“ die Nutzer in falscher Sicherheit wiegen und sie dazu verleiten, sich zu sehr auf die Technik zu verlassen. Kritiker meinen, das könnte fatale Folgen haben, insbesondere wenn man bedenkt, dass Tesla nach wie vor viele Klagen wegen angeblicher falscher Versprechungen ausstehen hat.
Die Kombination aus Unfallmeldungen und laufenden Gerichtsverfahren bringt Tesla unter Druck, Vertrauen zu schaffen. Der Weg zum autonomen Fahren bleibt steinig und das wird auch in der Münchner Au deutlich, wo ein junger Fahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Entwicklungen auf die Zukunft des Unternehmens und die Sicherheit auf unseren Straßen auswirken werden.