Heute ist der 22. Mai 2026, und die Münchner Nachrichten sind geprägt von einem tragischen Vorfall, der sich am 21. Mai in Schwabing-West ereignet hat. Um 21:55 Uhr kam es auf dem Radweg der Rheinstraße zu einem schrecklichen Unfall, als ein 23-jähriger Radfahrer mit einem schräg in den Weg ragenden Haltverbotszeichen kollidierte. Diese kaum sichtbare Gefahr führte dazu, dass der junge Mann eine schwere Schnittwunde am Hals erlitt. Der Rettungsdienst war schnell zur Stelle, leistete Erste Hilfe und brachte ihn zur stationären Behandlung ins Krankenhaus.
Warum das Verkehrszeichen schräg in den Radweg ragte, bleibt allerdings unklar. Die Münchner Verkehrspolizei hat die Ermittlungen übernommen, um den genauen Unfallhergang zu klären. Das besagte Verkehrszeichen wurde noch vor Ort abgebaut – ein Schritt, der möglicherweise andere Radfahrer vor ähnlichen Schicksalen bewahren könnte.
Unfallzahlen alarmieren
Unfälle wie dieser sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Nur wenige Tage zuvor, am 18. Mai 2026, kam es an der Kreuzung Garmischer Straße/Ridlerstraße zu einem weiteren schweren Vorfall. Ein 54-jähriger Radfahrer und ein 58-jähriger Fußgänger kollidierten, als der Radfahrer verbotswidrig in die Fußgängerfurt fuhr, während das Licht für die Fußgänger grün leuchtete. Der Fußgänger überquerte die Straße in die entgegengesetzte Richtung. Beide Männer stürzten und erlitten schwere Verletzungen. Der Rettungsdienst brachte auch sie umgehend in die Krankenhäuser.
Diese beiden Vorfälle werfen ein grelles Licht auf die aktuelle Verkehrssicherheit in München. Andreas Schön, der 1. Vorsitzende des ADFC München, äußerte sich alarmiert zur Unfallbilanz für 2024, die im Februar 2025 veröffentlicht wurde. Die Zahl der verletzten Radfahrer stagniert auf einem besorgniserregend hohen Niveau. Die Stadt München wird dafür kritisiert, dass der Ausbau der Radwege schleppend vorankommt. Fehlende, zu enge und oft zugeparkte Radwege sowie unübersichtliche Kreuzungen stellen ernsthafte Gefahren dar – nicht nur für Radfahrer, sondern auch für Fußgänger.
Ein Appell an die Stadt
Die Empfehlungen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit sind klar: Geschützte Radwege, sichere Kreuzungen mit getrennten Ampelschaltungen und eine Reduzierung der Geschwindigkeit auf Tempo 30 innerorts könnten einen großen Unterschied machen. Doch während Helme und Warnwesten die Unfallfolgen mildern können, bekämpfen sie nicht die Ursachen. ADFC München fordert dringend Investitionen in sichere Radinfrastruktur, um solche tragischen Unfälle zu verhindern.
Die Ereignisse der letzten Tage sind ein Weckruf für alle Verkehrsteilnehmer und die Stadt München. Man könnte fast sagen, dass der Asphalt der Stadt mehr Aufmerksamkeit braucht – und zwar nicht nur von den Radfahrern und Fußgängern, sondern auch von den Verantwortlichen, die für ihre Sicherheit sorgen sollten. Denn letztlich sind es die Menschen, die hinter den Zahlen stehen, und jeder Unfall erzählt eine Geschichte, die nie hätte passieren dürfen.