Am Mittwochmittag in Sendling-Westpark, wo die Ruhe und der Duft von frisch gebackenem Brot in der Luft liegen, brach das Chaos aus. Ein 24-jähriger Mann, der offenbar seit längerer Zeit mit psychischen Problemen zu kämpfen hat, sorgte in der Wohnung seiner Mutter für Aufregung. Die Situation eskalierte schnell, als die Mutter, besorgt um das Wohl ihres Sohnes, den Polizeinotruf verständigte. Ein Anruf, der nicht viel Gutes verhieß.

Als die Polizei eintraf – ein 30-jähriger Polizist und eine 28-jährige Polizistin – versuchten sie, den fast zwei Meter großen Mann zu beruhigen. Doch das Gegenteil trat ein. Plötzlich wurde der Mann aggressiv, griff die Beamten an und schlug mit seinen Fäusten auf sie ein. Es entwickelte sich ein verbissener Kampf, in dem der Randalierer sogar einen Schlagstock entwendete und damit auf die Beine eines der Polizisten einschlug. Man fragt sich: Wie konnte es so weit kommen? Die Beamten, die ausgebildet sind, in solchen Situationen zu deeskalieren, fanden sich in einem echten Albtraum wieder.

Ein dramatischer Einsatz

Der Kampf dauerte an, bis schließlich eine weitere Streife eintraf. Gemeinsam gelang es den Beamten, den Mann zu Boden zu bringen, ihn zu fesseln und ruhigzustellen. Ein kleiner Lichtblick in einem ansonsten chaotischen Szenario. Der Randalierer wurde anschließend in eine psychiatrische Klinik gebracht. Die beiden Polizisten blieben glücklicherweise unversehrt und sind weiterhin dienstfähig. Allerdings wurde der Mann wegen Angriffs, Widerstands gegen Polizeibeamte und Körperverletzung angezeigt. Eine Blutentnahme wurde durchgeführt – ein weiterer Schritt in einem bereits sehr belasteten Prozess.

Dies ist nicht der erste Vorfall dieser Art. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die wachsende Problematik im Umgang mit psychisch kranken Menschen. Seit 2019 wurden in Deutschland bereits 37 Menschen in psychischen Krisen von der Polizei erschossen. Experten warnen, dass es an der Zeit ist, die Polizei besser auf solche Ausnahmesituationen vorzubereiten. Oft mangelt es an Geld und Personal, um geeignete Fortbildungsmaßnahmen zu realisieren – eine besorgniserregende Tatsache!

Ein dringendes Problem

Wie wir wissen, sind die Umstände in diesen kritischen Momenten oft komplex. Der tragische Fall von Oisín, der 2019 von der Polizei in Hamburg erschossen wurde, ist ein Beispiel. Oisín, ein frischgebackener Vater, war in einer psychotischen Krise und verhielt sich merkwürdig. Seine Frau rief um Hilfe, aber die Situation eskalierte dramatisch. Zehn Polizisten waren vor Ort, und als Oisín mit einem Messer auf sie zulief, schossen die Beamten. Tragisch, aber leider kein Einzelfall. Fast die Hälfte der Menschen, die in solchen Krisen erschossen wurden, befand sich in einem akuten psychischen Zustand.

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Die Notwendigkeit, Polizeibeamte im Umgang mit psychisch kranken Menschen zu schulen, wird immer drängender. Die aktuellen Fortbildungsstandards sind unzureichend, und nur drei Bundesländer bieten verpflichtende Schulungen an. In vielen Fällen, wie auch in dem von Oisín, bleibt die Frage offen, ob psychiatrisches Fachpersonal hätte hinzugezogen werden können. Ein Aspekt, der in der öffentlichen Diskussion nicht genug Beachtung findet.

Man fragt sich, wie viele solcher Einsätze noch nötig sind, bis endlich gehandelt wird? Die Eltern von Oisín haben bereits Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eingereicht, weil sie mit der Einstellung des Ermittlungsverfahrens gegen die Beamten nicht einverstanden sind. Ein Urteil könnte weitreichende Folgen für den Umgang mit solchen Fällen in Deutschland haben.