Willkommen in Sendling, wo der Harras sich als pulsierendes Herzstück des Stadtteils präsentiert. Hier trifft sich das Alte mit dem Neuen, und die Luft ist durchzogen von einem Hauch Geschichte. Der Platz ist nicht nur ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt im Süden Münchens, sondern auch ein Ort, der mit seinen Jugendstil-Fassaden und dem beeindruckenden Postgebäude die Blicke auf sich zieht. Wenn man durch die Umgebung schlendert, spürt man förmlich die Geschichten, die in den Mauern stecken.
Der Name „Harras“ ist eine Hommage an Robert Mathias Harras, der 1856 ein Café eröffnete, das schnell zu einem beliebten Ziel für Ausflügler wurde. Das Café „Zum Harras“ war ein Treffpunkt für Jung und Alt, bis es 1903 seine Türen schloss. Dennoch blieb der Name, und so wurde der Platz, der heute mit Platanen und großzügigen Sitzgelegenheiten zum Verweilen einlädt, nach ihm benannt. Die Umgestaltung zwischen 2010 und 2013 hat dem Harras frischen Wind eingehaucht, während die umliegenden Wohnhäuser den Charme vergangener Zeiten bewahren.
Ein Verkehrsknotenpunkt mit Geschichte
Ein weiterer Blickfang ist das ehemalige Postgebäude, das 1932 im Stil der Klassischen Moderne erbaut wurde. Es erhielt 2006 den Fassadenpreis der Stadt München – kein Wunder, dass es beeindruckend wirkt! Für viele ist der Harras nicht nur ein Platz, sondern auch ein zentraler Umsteigepunkt im Münchner Nahverkehr. Die U-Bahn-Linie U6, mehrere Buslinien und die S-Bahnlinie S7 sorgen dafür, dass man hier immer in Bewegung bleibt. Über die Gleisreste des ehemaligen Tram-Verkehrs, die 1993 zurückgebaut wurden, erinnert heute nicht mehr viel, aber die U-Bahn-Linie U3 führt die Reisenden dennoch nach Fürstenried West.
In der Albert-Roßhaupter-Straße 8 findet man das Zentrum Süd der Münchner Volkshochschule und die Stadtbibliothek. Ein Ort des Lernens und der Kultur, der wunderbar zu dem bunten Treiben am Harras passt. Hier kann man nicht nur Bücher ausleihen, sondern auch an spannenden Kursen teilnehmen. Die Mischung aus Bildung und urbanem Leben macht den Platz zu einem echten Hotspot.
Stadtentwicklung und Bürgerbeteiligung
Doch der Harras ist mehr als nur ein schöner Platz mit Geschichte. Er ist Teil eines größeren Plans zur Stadtentwicklung. In den 1960er Jahren gab es bereits Überlegungen zur besseren Organisation und Planung der Stadt München. Hubert Abreß, der damals das Investitionsplanungs- und Olympiaamt leitete, forderte die Einrichtung eines neuen Arbeitsbereichs für Stadtforschung. Der Gedanke dahinter? Die Bürger mehr in die Gestaltung ihres Lebensumfelds einzubeziehen. Ein Ziel, das bis heute von großer Bedeutung ist.
Man könnte fast sagen, dass der Harras ein gutes Beispiel dafür ist: Hier wird die Verbindung zwischen Geschichte, Kultur und Stadtentwicklung deutlich. Die Herausforderungen, die mit dem Wachstum der Stadt einhergingen, wurden ernst genommen. Es gab einen klaren Fokus auf die Lebensqualität der Bürger und die Schaffung eines ausgewogenen Verhältnisses zwischen Bevölkerung, Arbeitsplätzen und sozialen Einrichtungen. Dies zeigt sich nicht zuletzt in den gelungenen Umgestaltungen, die den Platz zu einem lebendigen Treffpunkt machen.
Wenn man also das nächste Mal am Harras steht, umgeben von den herrlichen Fassaden und dem geschäftigen Treiben, kann man sich sicher sein: Hier pulsiert das Leben Münchens, und die Geschichten des Platzes sind weit mehr als nur Erinnerungen an vergangene Zeiten.