Es ist ein trauriger Anblick: Das neu eingeweihte Denkmal für Ludwig II. auf der Corneliusbrücke wurde nur eine Woche nach seiner feierlichen Enthüllung Ziel von Vandalismus. Unbekannte Täter hinterließen Schmierereien auf dem Sockel, darunter provokante Botschaften wie „FCK KINI“ und „1312“, was für „All Cops are Bastards“ steht. Auch die umliegenden Steine blieben nicht verschont. Dietmar Holzapfel, der Initiator und über zwölf Jahre an dem Denkmal gearbeitet hat, äußert sich frustriert über diesen respektlosen Akt. Er hatte sich gewünscht, dass Videoüberwachung und Beleuchtung installiert werden, um solchen Vorfällen vorzubeugen, doch die Überwachung wurde aus Datenschutzgründen abgelehnt. Komischerweise bleibt jetzt nur die Möglichkeit, eine Belohnung von 1.000 Euro für Hinweise auf die Täter auszusetzen.

Das Denkmal ist nicht nur ein schöner Anblick, sondern hat auch kulturelle und historische Bedeutung für München. Ludwig II., bekannt für seine beeindruckenden Schlösser wie Neuschwanstein, hat in Bayern Kultstatus. Der Denkmal-Verein, dem Holzapfel angehört, fordert nun die Zeugen auf, sich zu melden. Immerhin ist der Bereich um das Denkmal stark frequentiert. Die Polizei hat bereits Ermittlungen aufgenommen und bittet ebenfalls um Mithilfe. Es ist ein bisschen ironisch: Während man versucht, das Andenken an den Märchenkönig zu bewahren, wird gleichzeitig seine Statue zur Leinwand für solche Schmierereien gemacht.

Ein Denkmal in Gefahr

Die Baureferentin Jeanne-Marie Ehbauer hatte bei der Eröffnung noch Schutz und Reinhaltung des Denkmals zugesichert. Doch wo bleibt dieser Schutz jetzt? Das rosafarbene Untersberger Marmor, das für die Statue verwendet wurde, wurde zwar imprägniert, um die Reinigung zu erleichtern, aber solche Vandalismen hinterlassen immer ihre Spuren. Man fragt sich, wie viele solcher Angriffe noch nötig sind, bis endlich ernsthaft über eine dauerhafte Videoüberwachung nachgedacht wird. Einige Kritiker argumentieren, dass hier ein Konflikt zwischen Sicherheitsinteressen und dem Schutz der Privatsphäre besteht, aber muss das Andenken eines Königs wirklich so leiden?

In letzter Zeit gab es in München einen Anstieg von Vandalismus an Denkmälern. Mehrere Fälle, darunter die Beschädigung von Grabmälern und die Entwendung von Büsten, haben die Polizei auf Trab gehalten. Drei Tatverdächtige wurden mittlerweile festgenommen, und die Ermittlungen werden vom Bayerischen Landeskriminalamt (BLKA) geleitet. Es scheint fast so, als gäbe es eine Dunkelziffer an derartige Vorfälle, die die Stadt in ein ungewisses Licht rücken. Manche der Täter haben bereits gestanden, und es wird geprüft, ob es einen Zusammenhang zu dem Vorfall am Denkmal von Ludwig II. gibt, das erst kürzlich Ziel eines Diebstahls war, als die Bronzebüste abgetrennt und entwendet wurde. Die abgetrennte Büste wurde schließlich in der Isar entdeckt. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Die Lage rund um das Denkmal bleibt angespannt. Die Stadt und die Bürger sind gefordert, sich für den Erhalt der Kulturdenkmäler einzusetzen. Vielleicht ist es an der Zeit, dass wir alle ein bisschen mehr Acht auf unsere Geschichte geben. Denn wenn wir nicht aufpassen, könnte das, was uns stolz macht, schneller verschwinden als wir schauen können. Und das wäre wirklich schade.

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