Es ist ein bittersüßer Abschied, den der Familienbetrieb Clement Chococult ankündigt. Ende Mai 2026 wird die geliebte Filiale im Ruffinihaus am Rindermarkt schließen. Andrea Clement, die Betreiberin, hat lange darüber nachgedacht, aber jetzt ist es endgültig: München, wir müssen uns trennen! Während die Stammfiliale in Bernried am Starnberger See bestehen bleibt, sieht man in der bayerischen Landeshauptstadt keine Zukunft mehr für die Schokoladenmanufaktur. „Wir sind mit dem Umsatz zufrieden“, sagt sie, „aber die Umstände hier lassen uns keine Wahl.“
Maximilian Clement, der seit 2024 zusammen mit seinem Bruder Sebastian die Geschäfte führt, erklärt, dass der Rückzug eine strategische Entscheidung ist. Die Hindernisse sind nicht zu übersehen: Demos vor der Tür bremsen den Kundenverkehr, und Märkte am Rindermarkt sorgen für zusätzliche Störungen. Auch der Lieferverkehr wird durch strenge Auflagen eingeschränkt. Hinzu kommt die wachsende Konkurrenz – vor allem ein geplanter Lindt-Shop am Marienplatz, der den Markt ordentlich aufmischen könnte. „Es war keine leichte Entscheidung, aber wir haben lange darüber nachgedacht“, so Maximilian.
Ein Ausblick auf die Zukunft
Die Familie Clement hat sich nicht nur aus München zurückgezogen. Ihr Online-Shop bleibt aktiv, und sogar ein Schoko-Mat – ein Automat für Pralinen – wird weiterhin für Genuss sorgen. Das ist doch ein kleiner Trost, oder? Währenddessen wird das Kommunalreferat den Laden gemäß dem Innenstadtkonzept ausschreiben, um Platz für kleine, inhabergeführte Läden zu schaffen. Ein neuer Anfang für den Standort, sozusagen.
Doch während sich Chococult von München verabschiedet, brodelt es in der Stadt. Am Dienstag fand ein Großstreik statt, bei dem 12.000 Menschen in München auf die Straße gingen. Pflegerinnen, Feuerwehrleute, Theaterbeschäftigte, Universitätsdozenten und viele mehr fordern bessere Löhne und Arbeitsbedingungen. Die Gewerkschaft Verdi ist mit an Bord und hat auch Beschäftigte im Handel mobilisiert. Einige von ihnen haben bereits bis zu 50 Streiktage hinter sich! Die Forderungen sind klar: 2,50 Euro mehr pro Stunde, sowie 13 Prozent mehr im Großhandel. Ein zukunftsträchtiger Protest, der zeigt, dass Veränderung nötig ist.
Die Arbeitsbedingungen in der Stadt werden von den Teilnehmern lautstark kritisiert. „Wir können nicht mehr zusehen, wie große Firmen ihre Gewinne maximieren, während wir mit immer höheren Lebenshaltungskosten kämpfen“, sagt Zoran, ein Mitarbeiter von Metro. Auch Athanasios Papoulis von Penny ist frustriert. Er erzählt von den Herausforderungen, mit denen die Beschäftigten konfrontiert sind – und das alles, während die großen Unternehmen die Forderungen der Arbeiter ignorieren.
Inmitten dieser turbulenten Zeiten verabschiedet sich Chococult von seinen Münchner Stammkunden. Es bleibt nur zu hoffen, dass der Schokoladengenuss der Clements, ob online oder durch Automaten, den Menschen ein Stück Freude bringen kann, während sie sich durch diese ungewissen Zeiten navigieren.