Es war früh am Morgen des 31. Mai 2026, als am Ostbahnhof in Haidhausen, München, die Gemüter hochkochten. Gegen 5 Uhr kam es zu einer handfesten Auseinandersetzung zwischen mehreren jungen Männern und einem Jugendlichen. Ein 18-Jähriger aus dem Landkreis München wurde während des Streits – der seinen Ursprung in der S8 in Richtung Ostbahnhof hatte – brutal in den Gleisbereich gestoßen. Die Situation eskalierte auf dem Bahnsteig an Gleis 5, wo die Wogen endgültig überliefen.
Zeugen, die den Vorfall beobachteten, waren schnell zur Stelle und trennten die Beteiligten, bevor die Bundespolizei eintraf. Ein 17-Jähriger aus dem Landkreis Landshut und sein 18-jähriger Begleiter aus Ebersberg waren in die Auseinandersetzung verwickelt, die sich gegen einen gleichaltrigen Mann aus dem Landkreis München richtete. Der 18-Jährige, der versuchte, wieder auf den Bahnsteig zu klettern, wurde dabei gegen den Kopf getreten. Oje!
Die Folgen der Eskalation
Alle Beteiligten hatten ordentlich Alkohol getankt – der 17-Jährige wies 1,59 Promille auf, sein Begleiter sogar 1,81 Promille, während der 18-jährige Münchner mit 1,92 Promille am höchsten lag. Trotz leichter Verletzungen lehnten die jungen Männer eine medizinische Behandlung ab. Die Polizei brachte sie daraufhin zum Revier im Ostbahnhof und informierte die Erziehungsberechtigten des 17-Jährigen. Die Staatsanwaltschaft München I entschied, auf eine Blutentnahme und eine Vorführung beim Haftrichter zu verzichten. Allerdings laufen Ermittlungen gegen die beiden Jüngeren wegen gefährlicher Körperverletzung, während der Münchner wegen Körperverletzung verfolgt wird. Ein vierter Jugendlicher, der sich vom Tatort entfernte, bleibt bislang unbekannt.
Interessanterweise gab es erst kürzlich einen weiteren Vorfall am Ostbahnhof, der ebenfalls mit Alkohol und Gewalt zu tun hatte. In der Nacht auf den 9. März gerieten ein 38-jähriger und ein 53-jähriger Mann, beide Portugiesen, in einen Streit, der zunächst verbal begann, dann aber in Schlägereien mündete. Der 38-Jährige soll den 53-Jährigen mehrfach ins Gesicht geschlagen haben, was zu einer leicht blutenden Gesichtsverletzung führte. Auch hier war der Alkohol nicht weit: Der 38-Jährige hatte 1,02 Promille, während der 53-Jährige sogar 2,30 Promille aufwies. Die Bundespolizei wurde durch Videoaufzeichnungen auf die Auseinandersetzung aufmerksam und trennte die beiden Männer. Wie auch in der ersten Geschichte, lehnten sie medizinische Hilfe ab.
Alkoholkonsum unter Jugendlichen
Diese Vorfälle werfen ein Schlaglicht auf das Thema Alkoholkonsum unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland. Laut aktuellen Daten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat der regelmäßige Alkoholkonsum zwar im Vergleich zu vor 20 Jahren abgenommen, stagniert jedoch seit einigen Jahren. Der Trend des Rauschtrinkens, der während der Corona-Pandemie einen Rückgang erlebte, hat nun wieder das Niveau vor der Pandemie erreicht. Über 90% der 18- bis 25-Jährigen haben schon einmal Alkohol konsumiert, und die Zahlen für den regelmäßigen Konsum (mindestens einmal wöchentlich) sind bei jungen Männern und Frauen alarmierend hoch.
Die Drogenaffinitätsstudie 2023 zeigt, dass 17,1% der männlichen und 13,1% der weiblichen Jugendlichen in den letzten 30 Tagen Rauschtrinken praktizierten. Der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, Burkhard Blienert, warnt vor den gesundheitlichen Folgen des Alkoholkonsums. Es bleibt zu hoffen, dass solche Vorfälle wie die am Ostbahnhof nicht nur als Einzelfälle betrachtet werden, sondern auch als Teil eines größeren Problems, das dringend angegangen werden muss.