Die Sommerhitze hat München fest im Griff, und das spüren nicht nur die Erwachsenen. In einer Grundschule in Bogenhausen, genauer gesagt in der Ruth-Drexel-Straße, wurden besorgniserregende 34,4 Grad Celsius gemessen. Die Luftfeuchtigkeit? Ein eher bescheidener Wert von 32 Prozent. Eltern beschweren sich über die drückende Hitze im Schulpavillon, wo die Temperaturen regelmäßig über die 30-Grad-Marke klettern. Die Lage ist so angespannt, dass es nur zwei Ventilatoren pro Klassenzimmer gibt – ein Tropfen auf den heißen Stein, könnte man sagen.

Der Hitzeschutz, der eigentlich installiert werden sollte, bleibt aus. Die beauftragte Zimmerei kann die Arbeiten nicht ausführen, da der Firmeninhaber schwer erkrankt ist. Nur eine Firma hatte sich für den Auftrag beworben, was bedeutet, dass die Vergabe wiederholt werden muss. Das Schulreferat gibt sich pessimistisch und rechnet erst ab Anfang Oktober mit einer Lösung. Ein Hitzeschutzsystem, das aus außen liegendem Sonnenschutz und Querlüftung besteht, wird also vorerst auf sich warten lassen.

Eltern setzen sich für Abhilfe ein

Die Eltern sind zum Teil schon früh zur Schule gefahren, um die Fenster zu öffnen, denn die Regel sieht vor, dass diese erst nach Dienstbeginn aufgemacht werden dürfen. Das Querlüften erfolgt in den meisten Fällen um 7 Uhr. Bei gutem Wetter bleiben einige Fenster sogar über Nacht offen. Die Schulleitung könnte zwar Mehrarbeit für technische Hausverwaltungskräfte anordnen, um eine frühzeitige Fensteröffnung zu ermöglichen, doch ob das tatsächlich passiert, steht in den Sternen.

Die CSU hat bereits einen Antrag eingereicht, in dem gefordert wird, dass die Stadt vor den Sommerferien wirksame Verschattung oder Kühlgeräte bereitstellt. Doch der Antrag wurde in die nächste Sitzung des Bezirksausschusses vertagt – eine Sitzung, die erst nach den Sommerferien stattfinden wird. Dies alles geschieht vor dem Hintergrund, dass auch in anderen Schulen in München die Temperaturen unerträglich hoch sind. In Pullach beispielsweise klagten Schüler und Lehrer über extreme Temperaturen im Obergeschoss des Schusterbaus, besonders in den Klassenräumen, die aufgrund von Sanierungsarbeiten dort untergebracht sind. Auch dort helfen Miniventilatoren nur bedingt.

Gemeinsame Anstrengungen für kühlere Schulen

Die Grünen im Gemeinderat in Pullach fordern Sofortmaßnahmen zum Hitzeschutz und ein langfristiges Konzept. Vorschläge für Ventilatoren, mobile Klimageräte und schattige Ausweichmöglichkeiten wurden eingebracht. Bürgermeisterin Christine Eisenmann (CSU) hat bestätigt, dass man bereits Maßnahmen prüft, um schnell auf die Rekordtemperaturen zu reagieren. Auch hier gibt es kühlere Räume im Untergeschoss und im Rathaus. Das 2024 geplante Präventionskonzept zum Hitzeschutz wird derzeit umgesetzt. Die Verwaltung hat bereits ein Konzept zur Bewältigung von Extremwetterlagen in Arbeit, basierend auf einem Antrag von 2022.

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Die Kinder sind besonders hitzeanfällig. Daher ist es wichtig, sie und die Beschäftigten in Schulen vor den gesundheitlichen Folgen der Hitze zu schützen. Tipps für eine Anpassung des Schulbetriebs in Zeiten von Hitzewellen sind nötig: Nächtliches Durchlüften der Räume, regelmäßige Kontrollen der Innenraumtemperatur und Verschattung sind längst überfällig. Trinkpausen und die Bereitstellung von feuchten Tüchern könnten den Kleinen helfen, besser mit der Hitze umzugehen. Die Weitergabe von Hitzewarnungen und Verhaltenshinweisen an Eltern und Kinder ist ebenfalls wichtig.

Der Sommer hat uns fest im Griff und die Schulen müssen sich dringend Gedanken machen, wie sie die Kinder während dieser extremen Hitzeperioden schützen können. Denn wenn selbst die Fenster vor dem Unterricht nicht aufgemacht werden dürfen, wird es für alle Beteiligten eine Herausforderung, den Schulalltag erträglich zu gestalten.