Heute ist der 24.07.2026 und wir sind mitten im Sommer – die Sonne scheint, die Temperaturen steigen, und die Menschen zieht es nach draußen. Da lässt sich’s gut leben, aber halt! Zecken sind jetzt in Hochform und das nicht nur in Österreich, wo sie in den Notaufnahmen der Kliniken in Wien für Aufregung sorgen. Auch bei uns in Bayern, besonders in den waldreichen Gebieten, gibt es einiges zu beachten.

Ab Temperaturen von 5 bis 8 Grad kommen die kleinen Plagegeister aus ihrer Winterstarre und machen sich auf die Suche nach einem Wirt. Das Wiener Gesundheitsverbund (Wigev) hat letzte Woche eindringlich gewarnt: Immer mehr junge Menschen suchen mit Zeckenbissen direkt die Notaufnahme auf. Dabei sind die meisten Zeckenstiche kein Grund zur Panik. Laut Wigev müssen sie fast nie im Spital behandelt werden. Dennoch scheuen sich viele, die Zecke selbst zu entfernen – ein bisschen wie der Zahnarztbesuch, den man gerne hinauszögert. Die Realität ist oft, dass Patienten mit Zeckenbissen lange warten müssen, während echte Notfälle behandelt werden.

Wie entfernt man eine Zecke?

Wichtiger Tipp: Die Entfernung einer Zecke sollte schnell und mit der richtigen Technik erfolgen. Prof. Matthias Klein, der die Zentrale Notaufnahme am LMU-Klinikum leitet, empfiehlt, eine spezielle Zeckenzange oder Zeckenkarte zu verwenden. Dabei ist es entscheidend, das Mundwerkzeug der Zecke vollständig zu entfernen und den Körper nicht zu zerdrücken. Keine Sorge, die meisten Zeckenbisse sind harmlos, aber bei Rötungen an der Bissstelle sollte man einen Arzt aufsuchen. Und ja, prophylaktische Einnahme von Antibiotika ist nicht erforderlich – das ist ein weit verbreiteter Mythos.

Doch was ist mit den Gefahren, die Zecken mit sich bringen? Neben Borreliose, die gut behandelbar ist, gibt es auch die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). In Deutschland besteht FSME-Risiko in 185 Kreisen, wobei Bayern, Baden-Württemberg und einige andere Bundesländer besonders betroffen sind. Umso wichtiger ist die FSME-Impfung für Kinder ab 12 Monaten – eine Auffrischung nach fünf Jahren ist ebenfalls ratsam. Der Anstieg der FSME-Infektionen in Deutschland hat 2025 einen Rekordwert erreicht, und das nicht ohne Grund. Der Klimawandel hat dazu geführt, dass Zecken in kühlere Regionen vordringen und ihre Überlebensrate im Winter steigt.

Die Hyalomma-Zecke

Ein weiterer interessanter Aspekt sind die Hyalomma-Zecken, die in Teilen Asiens, Afrikas und sogar in Südosteuropa verbreitet sind. Diese Zeckengattung hat es seit 2007 auch nach Deutschland geschafft – vor allem durch Zugvögel, die die Larven und Nymphen im Frühjahr mitbringen. Im Sommer entwickeln sich diese dann zu adulten Hyalomma-Zecken, die etwa doppelt so groß sind wie die heimischen Ixodes ricinus. Wenn sie in Deutschland auftauchen – was nur selten der Fall ist – sind sie vor allem im Sommer und Spätsommer aktiv.

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Diese Zecken können gefährliche Krankheitserreger wie das Krim-Kongo-Virus tragen, welches das Krim-Kongo-Hämorrhagische-Fieber verursacht. Doch keine Panik: In Deutschland kommt das Virus bei Wild- oder Nutztieren nicht vor. Trotzdem, die Vorstellung, dass Larven und Nymphen möglicherweise das Virus in sich tragen könnten, lässt einen schon nachdenklich werden. Wissenschaftler schätzen, dass jährlich Millionen von Hyalomma-Larven oder -Nymphen mit Zugvögeln nach Deutschland gelangen. Die Frage bleibt: Können sie sich langfristig hier ansiedeln? Die steigenden Temperaturen und geringere Luftfeuchtigkeit könnten dieser Entwicklung Vorschub leisten.

Risiken in unserer Heimat

Bei uns in Deutschland sind vor allem die asiatischen Tigermücken von Bedeutung, die Chikungunya-Viren übertragen können. Auch wenn die meisten Fälle in tropischen und subtropischen Regionen auftreten, wurden in den letzten Jahren auch autochthone Infektionen in Südeuropa und Deutschland berichtet. Die Symptome sind nicht ohne: plötzliches Fieber, starke Gelenkschmerzen und Hautausschläge, die einem das Leben schwer machen können. Besonders gefährdete Gruppen sind Säuglinge, ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen.

Die STIKO empfiehlt eine Impfung für Personen ab 12 Jahren, die in Gebiete mit Chikungunya-Ausbrüchen reisen oder länger in Endemiegebieten verweilen. In jedem Fall ist es ratsam, sich über die Risiken und notwendigen Vorsichtsmaßnahmen zu informieren. Schließlich ist es besser, gut vorbereitet zu sein, als unvorbereitet in die Natur zu gehen.