Heute ist der 19.07.2026 und die Vorfreude auf das bevorstehende Oktoberfest wächst. Inmitten dieser Aufregung gibt es jedoch einen Schatten, der über dem Schottenhamel-Wiesnzelt schwebt. Christian und Konstantin Schottenhamel, die Wirte des legendären Zeltes auf der Theresienwiese, stehen vor einer rechtlichen Herausforderung, die nicht nur ihre Tradition, sondern auch die gesamte Vergabepraxis rund um die Wiesn betrifft.

Am 11. September 2026 wird das Bayerische Oberste Landesgericht über die Zeltvergabe entscheiden. Das Ganze ist ins Rollen gekommen, nachdem Alexander Egger, Betreiber des kleinen Zelts Münchner Stubn, bis zum 19. Juni 2026 einen Eilantrag stellte. Er fordert eine EU-weite Ausschreibung für die Zeltplätze, die derzeit von den beiden großen Brauereien Paulaner und Schottenhamel besetzt sind. Egger sieht in der jetzigen Vergabepraxis eine Ungerechtigkeit und hat bereits juristische Schritte eingeleitet, um die Entscheidung der Vergabekammer Südbayern zu überprüfen.

Tradition versus Modernisierung

Die Geschichte des Schottenhamel-Zelts reicht bis ins Jahr 1867 zurück, und es wird von der fünften Generation der Familie Schottenhamel betrieben. Karoline, Stephanie und Michael F. Schottenhamel haben ihre jeweiligen Aufgaben im Zeltmanagement – vom Service über Personal bis hin zu Finanzen. Christian Schottenhamel, der für Einkauf und Küche verantwortlich ist, äußert Bedenken über den Rechtsstreit. Er sieht es nicht nur als wirtschaftliche Bedrohung, sondern als einen potenziellen Verlust von Tradition und Identität für das Oktoberfest. „Das Oktoberfest darf nicht zu einem ‚Wischi-Waschi-Fest‘ werden“, betont er.

Die aktuelle Vergabepraxis sichert das bayerische Brauchtum und verleiht dem Fest seinen unverwechselbaren Charakter. Aber die Kritik an diesem System wird lauter. Egger argumentiert, dass die Stadt München sich an das europäische Vergaberecht halten sollte. Ein Punktesystem, das historisch gewachsen ist, wird nun in Frage gestellt. Die Schottenhamel-Wirte und andere Betreiber warnen, dass eine Vergabe an auswärtige Wirte den Ausschank von Münchner Bier gefährden könnte – immerhin kommen 80 Prozent der Wiesn-Besucher aus der Region.

Die Unsicherheit bleibt

Der Ausgang der Nachprüfung könnte Auswirkungen auf die gesamte Zeltvergabe haben. Die Regierung von Oberbayern hat bereits mitgeteilt, dass keine Zulassungsverträge für die beiden Zelte abgeschlossen werden dürfen, bis die Nachprüfung abgeschlossen ist. Dies könnte bis zu fünf Wochen dauern und möglicherweise sogar verlängert werden. Während die Schottenhamel-Festhalle für das bevorstehende Oktoberfest aufgebaut wird, schwebt die Unsicherheit über dem Zelt.

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Roger, ein Mitarbeiter, der seit über 13 Jahren den Zeltaufbau koordiniert, zeigt Vertrauen in die Stadt München. Dennoch bleibt der rechtliche Streit ein großes Thema. Egger und seine Frau, die beide das Münchner Stubn betreiben, haben bereits angekündigt, dass sie einen größeren Standplatz wollen. Hier könnte sich ein echter Wettlauf um die besten Plätze entwickeln, während die Wirte von Schottenhamel und Paulaner auf den Ausgang der rechtlichen Auseinandersetzung warten.

Die Diskussion über die Zeltvergabe ist nicht nur ein juristisches, sondern auch ein emotionales Thema, das die Herzen vieler Münchner bewegt. Die bayerische Heimat, die mit Traditionen und Brauchtum verwurzelt ist, steht auf dem Spiel. Und während sich die Vorbereitungen für das Oktoberfest in vollem Gange befinden, bleibt die Frage: Wie wird die Zukunft der Wiesn aussehen? Es bleibt spannend!