Heute ist der 9.05.2026 und in München, genauer gesagt im Stadtteil Milbertshofen-Am Hart, brodelt es gewaltig. Der umstrittene Luxus-Umbau des S-Bahnhofs Fasanerie sorgt für hitzige Diskussionen in der Stadt. Wer hätte gedacht, dass ein Umbau, der mit stolzen 96 Millionen Euro zu Buche schlägt und sich über sieben lange Jahre hinziehen soll, solche Wellen schlagen könnte? Man kann schon fast sagen, der Bahnhof wird zum Schauplatz eines kleinen Dramas. Die Bauarbeiten für den ersten Tunnel haben bereits begonnen, und die ersten Geräusche von schwerem Gerät hallen durch die Straßen. Doch die Gemüter sind alles andere als beruhigt.

Ein Bürgerantrag im Unterausschuss Bauleitplanung hat die Diskussion neu entfacht. Die Forderung, Aufzüge statt Rampen für mobilitätseingeschränkte Personen zu installieren, ist in aller Munde. Gerade diejenigen, die auf Rollstühle angewiesen sind, hoffen auf eine Lösung, die ihnen das Reisen erleichtert. Doch die Deutsche Bahn hat sich bereits gegen die Installation von Aufzügen ausgesprochen. Man könnte meinen, sie hätten die Störanfälligkeit und hohen Wartungskosten als Ausrede gewählt, um sich aus der Verantwortung zu stehlen. Das Planfeststellungsverfahren ist zwar abgeschlossen, Änderungen sind jedoch nicht mehr möglich. Da wird einem schon ein wenig schwindelig, wenn man darüber nachdenkt, wie viele Menschen von dieser Entscheidung betroffen sind.

Politische Ränkespiele und technische Möglichkeiten

Die Grüne Fraktion hat den Mut aufgebracht, bei der Bahn nach einer möglichen Änderung zu fragen. Ein mutiger Schritt, der aber auf wenig Unterstützung trifft. Dr. Thomas Seeger von den Freien Wählern und der ÖDP unterstützt den Vorschlag und verweist auf technische Entwicklungen, die längst überfällig sind. Doch die Mehrheit des Gremiums lehnt den Vorschlag ab – aus Angst vor Verzögerungen und Kostensteigerungen. Ein nachvollziehbares Argument, aber gleichzeitig ein Schlag ins Gesicht derjenigen, die auf die Unterstützung angewiesen sind. Die Diskussion über mögliche Lösungen für Rollstuhlfahrer bleibt offen, während die Bauarbeiten unaufhörlich weitergehen.

Und während die Stadt sich einem luxuriösen Umbau widmet, fragt man sich: Wo bleibt die Menschlichkeit? Die Notwendigkeit, Barrierefreiheit zu gewährleisten, sollte in einer Stadt wie München, die sich als modern und fortschrittlich versteht, an oberster Stelle stehen. Wir sind in der Tat in der Lage, technische Lösungen zu finden, die sowohl den Fortschritt als auch die Bedürfnisse der Bürger in den Vordergrund stellen. Irgendwie sollte es doch möglich sein, einen Kompromiss zu finden, der nicht nur dem Geldbeutel der Bahn, sondern auch den Bedürfnissen der Menschen Rechnung trägt.