In München, genauer gesagt im neuen Stadtquartier Lerchenauer Feld in Feldmoching, tut sich etwas – und zwar richtig viel! Das Projekt LaVie nimmt Formen an und soll bis Ende 2027 etwa 4000 neue Bewohner in die Stadt ziehen. Wer da denkt, es handelt sich um eine ganz normale Wohnanlage, der irrt gewaltig. Hier wird ein ganzes Wohnuniversum mit 1650 Wohnungen, sechs Kindergärten, einer Grundschule, einem Gymnasium und sogar einem Seniorenheim erschaffen. Ein Marktplatz mit über 4600 Quadratmetern Einzelhandelsfläche lässt die Herzen der Einkaufsfreudigen höher schlagen.

Das Herzstück des Projekts sind 233 Eigentumswohnungen, die in Größen von einem bis vier Zimmern angeboten werden. Die Planer legen großen Wert auf private Freiflächen und einen begrünten Innenhof. Das klingt doch nach einem Ort, an dem man gerne auf einen Kaffee mit Freunden sitzt, oder? Aktuell sind die Bauarbeiten in vollem Gange – der erste von drei Kränen steht bereits und die Arbeiten an der Tiefgarage haben begonnen. Ein wahres Gewimmel von Aktivitäten! Eine Quartiersgarage mit 140 Stellplätzen sowie Car-Sharing-Angebote und Ausleihstationen für Lastenfahrräder sind ebenfalls in Planung.

Ein Platz für alle Generationen

Die Idee hinter LaVie ist es, eine bunte Mischung aus Alt und Jung zu schaffen. Für die, die auf der Suche nach einer neuen Mietwohnung sind, gibt es 75 Wohnungen im preisgedämpften Mietwohnungsbau, die über einen Zeitraum von 30 Jahren an festgelegte Mietkonditionen gebunden sind. Das Beratungsbüro vor Ort hat mittwochs bis samstags geöffnet und lädt Interessierte ein, die Musterwohnung (eine charmante Zwei-Zimmer-Wohnung) zu besichtigen. Hier kann man schon mal reinschnuppern und sich vorstellen, wie es wäre, hier zu wohnen.

Der Bezug des ersten Baufelds ist für das vierte Quartal 2027 geplant. Das klingt noch weit weg, aber die Zeit vergeht schneller, als man denkt. In Anbetracht der aktuellen Wohnungsknappheit in Deutschland ist es erfreulich zu sehen, dass hier etwas unternommen wird. Eine Studie im Auftrag des Verbändebündnisses „Soziales Wohnen“ hat gezeigt, dass bundesweit über 550.000 Wohnungen fehlen. Die hohe Zuwanderung in den letzten Jahren hat den Druck auf den Wohnungsmarkt zusätzlich erhöht.

Der Wohnungsmarkt in Deutschland

Statistiken zeigen, dass 52% der Menschen in Deutschland im Jahr 2023 zur Miete wohnen. Das sind ganz schön viele, wenn man bedenkt, dass in anderen Ländern wie Frankreich oder Spanien die Mietquote deutlich niedriger ist. Die Mieten in Großstädten steigen stark – ein Blick auf München verrät: Die durchschnittliche Wiedervermietungsmiete beträgt stolze 20,59 Euro netto kalt. Das ist eine ordentliche Summe, die viele Mieterhaushalte an den Rand ihrer finanziellen Möglichkeiten bringt. Im Jahr 2022 gaben sie im Durchschnitt 28% ihres Haushaltsnettoeinkommens für die Miete aus. Und das ist nicht einfach nur ein bisschen, sondern ein echter Brocken!

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Das Problem ist vor allem, dass es zu wenige Neubauten gibt, während gleichzeitig viele Wohnungen leerstehen. Laut Zensus 2022 standen in Deutschland im Mai 1,9 Millionen Wohnungen leer, was einer Leerstandsquote von 4,3% entspricht. Besonders in Großstädten ist der Leerstand ungleich verteilt; in Hamburg und Berlin stehen fast jede dritte leerstehende Wohnung länger als 12 Monate leer. Die Gründe sind vielfältig: hohe Baukosten, gestiegene Zinsen und langwierige Genehmigungsverfahren halten die Bautätigkeit oft in Schach.

Die Bundesregierung hatte ambitionierte Pläne, jährlich 400.000 neue Wohnungen zu schaffen, doch 2023 wurden nur 294.400 genehmigt. Diese Lücke zu schließen, wird eine Herausforderung der nächsten Jahre sein. LaVie könnte ein kleiner Schritt in die richtige Richtung sein – und vielleicht der Beginn eines neuen Kapitels für viele Münchener, die auf der Suche nach einem neuen Zuhause sind. Aber bis es so weit ist, bleibt noch viel zu tun, und die Uhren ticken.