Es gibt Geschichten, die das Herz berühren und uns zeigen, dass selbst in der letzten Phase des Lebens noch Platz für Träume ist. So erging es der 99-jährigen Marianne Falk aus München, die im Pflegeheim in Olching lebt. Eine leidenschaftliche Naturfotografin und gebürtige Münchnerin, die in den letzten anderthalb Jahren ihrer Lebensreise im Pflegeheim ihre Neugier auf die Welt bewahrt hat. Klavier spielen, das ist ihr Hobby. Doch der innere Wunsch, den Botanischen Garten in München zu besuchen, blieb bis Mai 2026 unerfüllt – bis die ehrenamtlichen Malteserinnen dieser Sehnsucht nachkamen.

Der Botanische Garten, ein Ort voller Erinnerungen und mit ihrer Biografie eng verknüpft, war für Marianne nicht nur eine Ansammlung von Pflanzen, sondern ein Teil ihrer Seele. Der Ausflug wurde liebevoll im Herzenswunsch-Krankenwagen des Malteser Hilfsdienstes organisiert, und die Vorfreude war riesig. Begleitet von ihrem Sohn, ihrer Schwiegertochter und drei engagierten Malteserinnen – Barbara Eichler, Dr. Claudia von Loh und Kerstin Schmidt-Kerschbaum – war der Tag ein Fest der Farben und Erinnerungen.

Ein Blumenstrauß zur Begrüßung

Als sie im Botanischen Garten ankamen, wurden sie mit einem prächtigen Blumenstrauß empfangen. Das Team hatte alles für ihren Besuch vorbereitet – es war, als ob die Natur selbst darauf gewartet hätte, Marianne zu umarmen. Mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht wusste sie genau, welche Pflanzen und Orte sie sehen wollte. Besonders begeistert war sie von einem Baum mit einem bizarr gewachsenen Wuchs, der sicherlich unzählige Geschichten erzählt. Während sie durch die blühenden Gärten wanderte, hielt sie ihre Eindrücke fotografisch fest. Einmal mehr konnte sie ihrer Leidenschaft als Fotografin nachgehen.

Die Erfüllung von Herzenswünschen ist für die Malteser ein zentraler Bestandteil ihrer Arbeit. Der Herzenswunsch-Krankenwagen ermöglicht es schwerstkranken Menschen, ihren letzten Wunsch zu erfüllen – sei es ein letztes Mal das Meer zu sehen, ein Besuch im Zoo oder die Rückkehr in die alte Heimat. Alles geschieht kostenfrei für die Patienten und eine Begleitperson, dank der Unterstützung von großzügigen Spendern. Die ehrenamtlichen Helfer, oft aus dem medizinischen Bereich oder dem Hospiz, investieren ihre Freizeit, um den Betroffenen schöne Stunden zu ermöglichen und ihre Bucket List ein Stück weit zu erfüllen.

Ein Netzwerk des Herzens

In einem ähnlichen Geist engagiert sich der bundesweit tätige Verein Herzenswünsche e.V., der lang ersehnte Wünsche von schwerkranken Kindern und Jugendlichen erfüllt. Hier arbeiten rund 60 Ehrenamtliche Hand in Hand, unterstützt von vier hauptamtlichen Mitarbeiterinnen, um den Klinikalltag der Kinder zu erleichtern. Von Treffen mit Prominenten bis hin zu Heißluftballonfahrten – die Bandbreite der erfüllten Wünsche ist ebenso vielfältig wie die Träume der jungen Patienten. Die Gründerin Wera Röttgering hat vor kurzem den Vorstandsvorsitz an Sabine Ziegler übergeben, die sich seit 28 Jahren im Verein engagiert und dessen Öffentlichkeitsarbeit vorantreibt.

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So wird deutlich: Die Erfüllung von Herzenswünschen ist ein gemeinschaftliches Unterfangen, das weite Kreise zieht. Es sind diese kleinen, aber bedeutenden Momente, die nicht nur das Leben der Betroffenen bereichern, sondern auch das Herz der Helfer erwärmen. Marianne Falk hat mit ihrem Besuch im Botanischen Garten nicht nur einen letzten Wunsch erfüllt bekommen, sondern auch ein Stück Lebensfreude in ihre Welt zurückgebracht. Und das ist doch das, was letztlich zählt, oder?