Heute ist der 14.05.2026 und wir befinden uns in Obergiesing-Fasangarten, einem Stadtteil von München, der mehr zu bieten hat, als man auf den ersten Blick vermuten könnte. Hier hat Dr. Pauline Popp, eine promovierte Biologin und Neurowissenschaftlerin, ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. An einem unscheinbaren Hinterhof hat sie mit ihrem Yoga-Studio Velvet House einen Ort geschaffen, der nicht nur Körper, sondern auch Geist und Seele nährt.

Vor einigen Jahren war alles noch ganz anders. Pauline forschte an der Universität über die Auswirkungen von Stress auf das menschliche Gehirn und chronische Krankheiten. Ihre Doktorarbeit gab ihr tiefe Einblicke in die Mechanismen, wie Stress die Resilienz verringert und somit einen Teufelskreis auslösen kann. Aber dann, vor zwölf Jahren, entdeckte sie Yoga für sich – zunächst als Sportart, aber schnell erkannte sie die geistigen Vorteile, die über das Physische hinausgehen. Daraufhin wagte sie den Schritt in die Selbstständigkeit und machte sich vor drei Jahren als Yogalehrerin im Velvet House selbstständig.

Ein neuer Weg

Der Schritt war nicht ohne Hürden. In einer Familie von Medizinern musste sie sich rechtfertigen, warum sie die sichere Universitätslaufbahn gegen das Ungewisse des Yoga eintauschte. Doch Pauline blieb standhaft. Sie glaubt fest daran, dass Yoga eine Art Wissenschaft ist, die auf jahrtausendelanger Erfahrung basiert. Und die Menschen kommen, um genau das zu erfahren. Neben Yoga bietet sie auch Naturkosmetik-Workshops, Kräuterwanderungen und Yogaretreats an – ein ganzheitlicher Ansatz, der das Wohlbefinden fördert.

Besonders spannend ist, dass wissenschaftliche Studien, wie die von Baruch Rael Cahn an der University of South California, zeigen, dass Yoga und Meditation positive Effekte auf das Immunsystem und das Gehirn haben können. Teilnehmer einer solchen Studie berichteten von einer Abnahme proinflammatorischer Zytokine und einer Zunahme antiinflammatorischer Zytokine. Zudem stiegen die BDNF-Spiegel, die für neurotrophe Faktoren stehen, die wichtig für die Gesundheit des Gehirns sind. Das zeigt, dass Paulines Ansatz nicht nur gefühlte, sondern auch messbare Effekte hat.

Lebendigkeit im Hinterhof

Im Sommer 2024 kam eine spannende Wendung: Karsten Sinner, der Besitzer einer leerstehenden Werkstatt, sprach Pauline und ihrer Geschäftspartnerin an. Er bot ihnen die Möglichkeit, den Innenhof neu zu gestalten. Nach einer Renovierung öffnete das Velvet House im Januar 2025 seine Türen und erweckte den Hinterhof zu neuem Leben. Karsten ist zufrieden mit der neuen Nutzung – der Innenhof ist nun ein Ort der Begegnung, des Lernens und des Wohlfühlens.

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Paulines Studio ist ein Rückzugsort inmitten des urbanen Trubels. Hier wird nicht nur Yoga praktiziert, sondern auch ein Austausch über die Vorteile und die Philosophie des Yoga gepflegt. Die Kurse sind vielfältig, doch Mischformen wie Yogilates sucht man vergebens. Die klare Linie wird geschätzt und sorgt für eine fokussierte Atmosphäre, in der die Teilnehmer die Chance haben, sich selbst zu entdecken und ihre innere Balance zu finden.

In einer Zeit, in der Stress und Hektik allgegenwärtig sind, bietet Paulines Ansatz eine wertvolle Alternative. Sie verbindet ihre wissenschaftlichen Kenntnisse mit der jahrtausendealten Praxis des Yoga und zeigt, dass es möglich ist, Körper und Geist in Einklang zu bringen. Das Velvet House ist mehr als nur ein Yoga-Studio – es ist ein Ort, an dem Menschen lernen, mit sich selbst und dem Leben umzugehen.