Die Rugby-Mannschaft RC Meteors Nördlingen hatte sich viel vorgenommen, als sie für ihr Rückspiel nach Unterföhring reiste. Nach dem Heimspiel-Sieg vor zwei Wochen gegen die Spielgemeinschaft Unterföhring II/Fürstenfeldbruck/ESV München-Freimann waren die Erwartungen hoch. Doch der Tag sollte ganz anders verlaufen, als man es sich erhofft hatte. Unterföhring präsentierte sich auf dem Platz als eine regelrechte Macht und gewann das Spiel deutlich mit 29:0.
Der Rugbytag in Unterföhring war ein echtes Fest. Drei Spiele standen auf dem Programm, darunter auch Begegnungen der Damen- und ersten Mannschaft. Die Oberbayern hatten sich auf entscheidenden Positionen verstärkt und drückten von Beginn an aufs Gas. Nördlingen hielt anfangs gut dagegen, doch nach zehn Minuten musste man den ersten Versuch hinnehmen. Spielmacher Alexandru Litá und Lukas Schallreuter, die an diesem Tag wirklich stark auftrumpften, fanden immer wieder Lücken in der Nördlinger Abwehr. Zur Halbzeit stand es bereits 15:0 für die Gastgeber.
Nicht ganz nach Plan
Trotz guter Ansätze und viel Kampfgeist konnte Nördlingen nicht punkten. Die starken Verteidigungsreihen der Oberbayern ließen kaum Chancen zu. Nach der Halbzeitpause änderte sich an der Spielweise wenig: Unterföhring dominierte weiterhin, während Nördlingen, die mit nur 17 Spielern antraten, an ihre Grenzen stießen. Am Ende stand der klare Endstand von 29:0 auf der Anzeigetafel. Ein bitteres Ergebnis, das die Spieler sicherlich nicht so schnell vergessen werden.
Am 16. Mai wartet auf die Rugbyherren des TSV Nördlingen das letzte Saisonspiel in der bayerischen Landesliga. Es geht gegen die Spielgemeinschaft Würzburg/Ingolstadt, und der Anpfiff erfolgt um 14.30 Uhr auf der Berger Wiese. Der Eintritt ist frei, und wie es sich gehört, werden auch Essen und Trinken angeboten. Ein Highlight wird sicherlich das Rugby-Tryout für Kinder ab sechs Jahren sein, das bereits zwei Stunden vorher beginnt. Hier braucht man keine Vorerfahrung, normale Sportkleidung reicht völlig aus.
Ein Blick in die Vergangenheit
Rugby hat in Bayern eine lange Geschichte, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Erste Belege für Rugby in München stammen sogar aus der Zeit vor 1898. Der FC Bayern München hatte in den 1920er Jahren eine Rugby-Abteilung und konnte 1928 gegen den Heidelberger Ruder Club 28 gewinnen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Rugby vor allem ein Sport, der von US-Armee-Mannschaften populär gemacht wurde, bevor 1977 der erste zivile Verein, der München RFC, gegründet wurde. Das hat Rugby in Bayern nachhaltig geprägt und der Sport hat sich seither stetig weiterentwickelt.
In der heutigen Zeit, unter der Schirmherrschaft von Robin Stalker, dem ehemaligen Finanzvorstand von Adidas, wird Rugby in Bayern aktiver präsentiert. Stalker setzt sich dafür ein, die Sportart in der Region zu stärken, und hat Initiativen ins Leben gerufen, die Synergien mit anderen Sportverbänden nutzen. So bleibt die Hoffnung, dass Rugby weiterhin an Popularität gewinnt und immer mehr junge Talente begeistert.