In München, mitten im bunten Treiben des Viktualienmarkts, gibt’s bald eine echte Neuerung für alle, die gerne To-go-Speisen und Getränke genießen – und das ganz ohne den üblichen Berg an Wegwerf-Müll. Ab April 2024 startet hier ein einheitliches Mehrwegsystem, das unter dem Namen „ReMuc – Ois im Kreis“ firmiert. Am 27. Mai wurde dieses Pilotprojekt von der zweiten Bürgermeisterin Mona Fuchs und dem Kommunalreferatsleiter Edwin Grodeke feierlich vorgestellt. Ein Schritt, der nicht nur den Markt, sondern auch die gesamte Stadt nachhaltig verändern könnte!
Die Idee ist simpel und doch genial: Besucher können ihre Speisen und Getränke in RECUP Bechern und Bowls ausleihen – und das gegen ein kleines Pfand. Ein Euro für die Becher und fünf Euro für die Bowls. Das Besondere? Die Rückgabe der Behälter ist rund um die Uhr an neun Automaten verteilt auf fünf Standorte möglich. Das ist besonders praktisch für alle, die nach einem langen Marktbesuch nicht noch extra umständlich nach einer Entsorgungsmöglichkeit suchen wollen.
Ein Schritt in die richtige Richtung
Aktuell sind bereits zehn Marktstände Teil des Projekts, und die Zahl soll kontinuierlich steigen. Das ist natürlich ein ganz schöner Anreiz für die Händler, sich an einem umweltfreundlicheren Konzept zu beteiligen. Zudem können die RECUP Becher und Bowls auch an anderen Rückgabeorten in München abgegeben werden. Ein Hinweis für alle, die schon mal einen Becher ohne QR-Code erwischt haben: Diese werden von den Automaten am Viktualienmarkt nicht akzeptiert. Aber keine Sorge, das System ist so ausgelegt, dass es sowohl für die Konsumenten als auch für die Händler einfach bleibt.
Die Partner hinter diesem Projekt sind vielfältig und tragen alle ihren Teil dazu bei. RECUP liefert die Becher und Bowls, während CircleCube sich um die Rückgabeautomaten kümmert. Relevo ist für die digitale Bestellplattform verantwortlich, und die Cup Company übernimmt die Logistik sowie die Reinigung der Behälter. Das Zusammenspiel dieser Partner ist entscheidend, um das Projekt effektiv und nachhaltig umzusetzen.
Ein Vorbild für andere Städte
Mit einem Pilotzeitraum von fünf Jahren soll „ReMuc – Ois im Kreis“ nicht nur als Modell für München dienen, sondern auch für andere Städte ein Zeichen setzen. Das Ziel? Ein markantes Signal gegen den Einwegmüll setzen und praktikable Lösungen für Gastronomie und Konsumenten präsentieren. Denn der Druck auf die Gastronomie wächst. Seit Januar 2023 sind Betriebe in Deutschland verpflichtet, ihre Speisen und Getränke auch in Mehrwegverpackungen anzubieten. Es gibt einen klaren Trend hin zu mehr Nachhaltigkeit, auch wenn sich die Mehrwegquote laut WWF Deutschland im ersten Jahr nur um 1 Prozentpunkt auf 1,6 % erhöht hat.
Die Herausforderungen sind nicht zu leugnen. Viele Verbraucher greifen oft noch lieber zur Einwegverpackung, und die gesetzliche Pflicht allein reicht nicht aus, um das Verhalten der Menschen zu ändern. Umso wichtiger sind Initiativen wie diese, die das Bewusstsein schärfen und durch Anreize und Aufklärungsarbeit die Akzeptanz steigern können.
Insgesamt könnte dieses Mehrwegprojekt nicht nur die Gewohnheiten von Münchens Bürgern ändern, sondern auch ein Beispiel für andere Städte sein, die ähnliche Schritte in Richtung Nachhaltigkeit gehen wollen. Die Zukunft des Essens to go könnte also nicht nur lecker, sondern auch umweltfreundlich sein – und das ist doch eine feine Sache!