Heute ist der 9.05.2026 und in Bogenhausen brodelt es gewaltig. Die Weltenburger Straße 4–6, einst ein Treffpunkt für viele, ist bald nicht mehr. Das Backspielhaus, ein Ort voller Erinnerungen, wird abgerissen. Der Grund? Ein neues Mini-Quartier soll hier entstehen. Man kann sich das fast wie einen kleinen Stadtteil vorstellen, mit etwa 100 Wohnungen, einer Kindertagesstätte und sogar einem Café, das darauf wartet, die Nachbarn mit frisch gebrühtem Kaffee und Kuchen zu versorgen. Irgendwie spannend, aber auch ein bisschen traurig, oder?
Die Pläne wurden auf der Sitzung des Bogenhauser Bezirksausschusses präsentiert und fanden dort ein offenes Ohr. Die Neubauten sind viergeschossig und damit ein Stockwerk höher als die umgebenden Gebäude. Ein gewagter Schritt, der darauf abzielt, mehr Wohnraum zu schaffen, denn die Nachfrage nach Wohnungen in München ist bekanntlich enorm. Der Baustart ist für den Herbst 2027 angedacht, die Fertigstellung soll bis Ende 2029 erfolgen. Ein langer Atem, der hier gefordert ist, vor allem für die Mieter des Backspielhauses. Diese haben zwar Mietverträge bis 2030, wurden aber bereits informiert, dass sie umziehen müssen. Ein schwieriger Schritt für viele, die hier ihr Zuhause gefunden hatten.
Ein Blick in die Zukunft
Die Eigentümerin, Petra Schmid, steht dem Ganzen eher unsicher gegenüber. Was wird aus ihr und den bisherigen Bewohnern? Diese Fragen schwirren in der Luft und werden wohl in den nächsten Monaten immer drängender. Der Bezirksausschuss hat den Plänen zugestimmt, regte jedoch an, auch kleine Läden zur Nahversorgung zu integrieren. Man möchte schließlich nicht nur Wohnungen schaffen, sondern auch ein lebendiges Quartier, wo man alles Wichtige gleich um die Ecke hat.
Die Situation wirft viele Fragen auf, gerade in einer Stadt wie München, wo der Wohnraum immer knapper wird. Die Herausforderung, ein Gleichgewicht zwischen Neubauten und der Erhaltung des gewohnten Lebensgefühls zu finden, ist immense. Es bleibt abzuwarten, wie die Anwohner auf die Veränderungen reagieren und ob das neue Mini-Quartier tatsächlich den gewünschten Effekt bringt.
Die Umgestaltung der Weltenburger Straße könnte, wenn man so will, ein kleiner Mikrokosmos der Münchner Stadtentwicklung sein. Veränderungen sind oft nicht leicht, aber sie bringen auch neue Möglichkeiten mit sich. Vielleicht wird das Café im neuen Quartier ja ein beliebter Treffpunkt, wo die Nachbarn sich austauschen können, während die Kinder in der Kita spielen. Ob das Backspielhaus in der Erinnerung bleibt oder ob die neuen Wohnungen die Herzen der Bogenhauser erobern, ist noch offen. Die Zukunft ist, wie so oft, voller Überraschungen.