Revitalisierung statt Abriss: Das Arabellahaus wird zum grünen Hotspot in Bogenhausen
In Bogenhausen gibt’s gerade große Neuigkeiten, und das Arabellahaus steht im Mittelpunkt. Am 7. Juli wurden die Pläne für die Revitalisierung des 23-geschossigen Gebäudes, das mittlerweile 60 Jahre alt ist, vorgestellt. Statt dem ursprünglich angedachten Abriss setzen die Verantwortlichen auf eine nachhaltige Sanierung. Architekt Andreas Hild, der die Umbaupläne zuvor Experten und Stadträten präsentierte, hat eine spannende Vision für das Gebäude. Der Umbau, so betont Architekturprofessor Rudolf Hierl, ist innovativer als ein Neubau. Durch den Verzicht auf den Abriss bleiben 55.000 Kubikmeter Schutt und damit auch die „graue Energie“ im Beton gebunden.
Ein aufregendes Element der Umgestaltung wird der öffentliche Dachgarten sein, der den Münchnern ein neues Freizeitangebot bieten soll. Und nicht zu vergessen: die längste Rolltreppe Europas wird das Dach für alle zugänglich machen! Diese Forellenschenkel-Geschichte aus dem Bogenhausener Alltag könnte bald zum neuen Hotspot der Stadt werden. Die Pläne sehen auch vor, dass die alte Sechzigerjahre-Fassade erhalten bleibt, während neue Schichten auf den Rohbau aufgebracht werden. So wird das Arabellahaus nach außen hin offener – ein echter Gewinn für die Nachbarschaft, die durch diesen Umbau besser mit dem Rosenkavalierplatz vernetzt wird.
Ein Blick in die Zukunft
Die neuen Pläne beinhalten auch größere Wohnungen und moderne Haustechnik, möglicherweise sogar Solarenergie. Eine besondere Herausforderung stellt der Durchbruch zwischen dem 15. und 19. Stockwerk dar, dieser sogenannte „Auge“ wird das Gesicht des Gebäudes deutlich verändern. Geplant ist die Fertigstellung der gesamten Sanierung bis zum Jahr 2034. Der Erdgeschossbereich wird durch eine Passage und neue Wege aufgelockert, sodass das Gebäude für die Öffentlichkeit durchlässiger wird. Bürgermeister Dominik Krause, der zum ersten Mal die Stadtgestaltungskommission leitet, zeigt sich optimistisch.
Die Verantwortlichen haben auch an die soziale Komponente gedacht: Geplant sind zehn Prozent geförderte Wohnungen, und ein Bauherrenvertreter hat angedeutet, dass über mehr preisgedämpfte Wohnungen diskutiert werden kann. Das klingt doch nach einer Win-Win-Situation für alle Beteiligten! Auch wenn Mieter bis Anfang 2030 ausziehen müssen – die Umgestaltung verspricht, das Arabellahaus zu einem attraktiveren Wohnort zu machen. Da kann man nur hoffen, dass die Menschen in der Nachbarschaft die Veränderungen positiv aufnehmen.
Nachhaltigkeit im Bauwesen
Ein so großes Projekt wirft natürlich auch Fragen zur Nachhaltigkeit auf. In Deutschland gibt es klare Ziele: Bis 2045 soll ein klimaneutraler Gebäudebestand erreicht werden. Hierbei spielt die Ressourcennutzung eine wesentliche Rolle. Die Entscheidung, das Arabellahaus nicht abzureißen, ist nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch ein Schritt in die richtige Richtung. Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung hat bereits einige Instrumente entwickelt, um nachhaltiges Bauen zu fördern. Qualitätssiegel wie das QNG helfen, ökologische, soziokulturelle und ökonomische Qualitätsanforderungen zu erfüllen.
Mit der Revitalisierung des Arabellahauses wird ein Zeichen gesetzt – für nachhaltige Stadtentwicklung und für die Zukunft Münchens. In der Pappenheimstraße wird ein weiteres Projekt realisiert, das 49 Wohnungen plus eine Kita neben einer denkmalgeschützten Kriegsakademie vorsieht. Hier wird aber kritisch hinterfragt, ob sieben Geschosse nicht zu hoch für das historische Denkmal sind. Das zeigt, wie wichtig der Dialog zwischen den verschiedenen Interessengruppen ist. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Münchner Stadtlandschaft in den kommenden Jahren entwickeln wird.
